The Roses
Jay Roach, USA, GB, 2025o
Das britische Ehepaar Rose führt in Kalifornien ein Bilderbuch-Leben: er als Stararchitekt, sie als einstige Sterneköchin und hingebungsvolle Familienfrau am Herd. Die Verhältnisse kehren sich um, als sein Prestigebau einstürzt und dafür ihr Restaurant zum Renner wird. Es kommt zu einem Ehekrieg nach britischer Manier, dem die amerikanischen Freunde der Roses mit offenen Mündern zuschauen.
Ab und zu gönnen sich die Topstars unter den britischen Charakterdarsteller:innen eine Pause von komplizierten Rollen und genehmigen sich eine lukrative Hollywood-Komödie nach bewährter Rezeptur. Das komödiantische Rezept ist in diesem Fall der Ehekrieg, und The Roses hakt dessen übliche Zutaten so getreulich ab, dass man sich mindestens einen Akt lang fragt, ob der Film die Routine je hinter sich lassen wird. Benedict Cumberbatch und Olivia Coleman geben einen arrivierten Londoner Architekten bzw. eine Sterneköchin, die in Kalifornien neu anfangen: er als Stararchitekt eines maritimen Museums, sie als die selbstlose Familienfrau am Herd, die ständig neue Rezepte austüftelt. Gönnerhaft spendiert er ihr schliesslich ein eigenes Lokal, das prompt floppt, doch als ein Sturm sein Museum wegfegt (dessen Architektur dieses Schicksal absolut verdient), ihr Restaurant dafür durchstartet, kehren sich die Verhältnisse um. Sie ist nun der Star der Familie und ständig auf Promo- oder Expansionstouren mit berühmten Leuten, ihm, dem Verfemten, bleibt das Schattendasein mit zwei Teens, die er auf seinen kompensatorischen Fitnesswahn hin trimmt. So weit, so durchschnittlich, doch dann spielt die US-Komödie ihre britischen Trümpfe aus, auf die schon die Eröffnungsszene die Vorfreude geweckt hat: Coleman und Cumberbatch torpedieren da mit ihrem britischen Humor die Bemühungen eine biederen amerikanischen Ehetherapeutin, und mit gezielten gegenseitigen Boshaftigkeiten irritieren sie als ewige Fremdlinge in Amiland auch vergnügt ihre US-Freunde – die das Spiel in einer saukomischen Szene unsäglich plump übernehmen. Konsequent und witzig auch, dass der eskalierende Konflikt des Paars vor gar nichts Halt macht und sich unaufhaltsam zum rabenschwarzen Ende hin steigert. Kurz: The Roses macht in der zweiten Hälfte locker wett, was dem Film in der ersten abgeht.
Andreas FurlerGalerieo






